Die Mühle

Das Wasserkraftwerk

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Untere Walkmühle:

Die Untere Walkmühle gehört zum rothenburger Ortsteil Detwang und liegt im Taubertal. Beim Mühlengebäude handelt sich um ein anerkanntes Baudenkmal, welches im Kern im 15./16. Jahrhundert errichtet und im 18. Jahrhundert umgebaut wurde. Ursprünglich wurde sie tatsächlich als Walkmühle betrieben. Die Gewässerbenutzung ist somit bereits seit mehreren Jahrhunderten nachgewiesen.


Untere Walkmühle 1927

Walkmühle:

Eine Walkmühle ist eine bereits seit dem Hochmittelalter eingesetzte Vorrichtung zur Bearbeitung, Verdichtung und Veredelung von Geweben.


                 Die Tauber:

Der Fluss befindet sich in Bayern (Ober- und Mittelfranken) sowie in Baden-Württemberg. Die Tauber entspringt am Klingenbrunnen bei Weikersholz und mündet bei Wertheim. Sie gehört zum Fluss-System des Rheins mit der Fliessfolge Tauber - Main - Rhein - Nordsee. Sie hat eine Fliesslänge von etwa 131 Kilometern und bewältigt dabei einen Höhenunterschied von etwa 311 Metern.

Ausleitungskraftwerk:

Bei der Unteren Walkmühle handelt es sich um ein sogenanntes Ausleitungskraftwerk, d. h. die Tauber wird mittels einer Wehranlage aufgestaut. Von dieser Anlage zweigt dann der Mühlbach (teilweise durch Gewölbe getunnelt) ab, welcher das Kraftwerk mit Wasser versorgt, um anschließend wieder im ursprünglichen Flusslauf zu münden.

Die Wasserkraftanlage:

   Die Energiewende ist aktuell ein großes Thema.

Auch wir haben uns entschlossen, unseren Beitrag zu einer sauberen Energieerzeugung zu leisten.

Hierzu haben wir die Triebwerksanlage grundlegend modernisiert. Hauptziel hierbei war, die natürliche Wasserkraft einer sinnvollen und umweltverträglichen Nutzung zuzuführen.

Aus gewässerökologischen Gründen und aus Naturschutzgründen haben wir uns für den Einsatz eines Wasserrads entschlossen, welchens sich im Gegensatz zum Einbau einer Turbine oder Wasserkraftschnecke besser in die bereits seit mehreren Jahrhunderten eingespielten Verhältnisse eingliedert.

Bei den getroffenen Maßnahmen wurde die alte Grundtechnik des Mühlenbaus und der alte Standort der Anlage beibehalten, jedoch unter Verwendung zeitgemässer Materialen und modernster technischer Steuerung und Mechanik.

    


Beim Schaufelrad handelt es sich um ein mittelschlächtiges Zuppinger-Wasserrad mit geschlossenen Seitenwänden in Metallbauweise. Mittelschlächtig bedeutet, dass das Wasser etwa auf Nabenhöhe in das Rad einfliesst. Das Zuppinger-Rad ist nach dem Entwickler Walter Zuppinger benannt und zeichnet sich durch seine gekrümmten Schaufeln aus.

Der Raddurchmesser beträgt 5,30 Meter. Ingesamt 40 Schaufeln nehmen die Wassermenge auf. Zusammen mit der Radwelle, welche 3 Meter lang ist, beträgt das Gesamtgewicht etwa 4 Tonnen.

Zum Schutz vor Lärmemissionen und Störfällen befindet sich das Triebwerk in einer geschlossenen Radstube. Zum Schutz der Fischpopulation wurde das langsam drehende Schaufelrad (geringe Sogwirkung) mit sehr niedrigen Spaltmassen gebaut. Zudem erfolgt der Einsatz eines Grob- und eines Feinrechens.

Sämtliche Lager wurden neu installiert und sind auf dem neusten Stand der Technik. Zum Schutz gegen Austritt von Schmiermitteln werden komplett geschlossene Lagergehäuse eingesetzt. Als Schmiermittel wird ein umweltverträgliches Spezialfett auf Calzium-Lithium-Basis verwendet, welches selbst salzwasserunlöslich ist.


Die Schaltanlage des Kraftwerks ist mit einer Niveaumessung versehen und steuert automatisch eine Überfall-Schütze, welche den Wasserstand konstant und auf dem optimalen Staupunkt hält. Dies gewährleistet auch eine ständige Einhaltung des wasserrechtlich gestatteten Stauzieles.

Normale Wehrverschlüsse werden nach oben geöffnet und das Wasser fliesst unter der Schütztafel hindurch. Bei einer Überfall-Schütze funktioniert dies genau anders herum. Durch Absenken der Schütztafel fliesst das Wasser oberhalb des Verschlusses in das Triebwerk. Da wir mit einer verhältnismässig niedrigen Stauhöhe arbeiten, erhöht dies die Effizienz der Anlage.

Das Wasserrad gibt die erzeugte Kraft über die Radwelle, eine Kupplung, ein mechanisches Getriebe (Gewicht 1,3 Tonnen) und einen einstufigen Flachriementrieb an den horizontal eingebauten Generator ab.

Unsere Anlage wurde von einem staatlich anerkannten Umweltgutachter abgenommen.

Glück zu !!!

(traditioneller Gruss der Müller)

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