„Die Feldschmiede“ stellt sich vor:   

Die Feldschmiede“ ist eine Gruppe des

Historischen Festspiels „Der Meistertrunk“ e. V.

in Rothenburg ob der Tauber.










Der Verein umfasst ca. 700 Mitglieder und lässt seit 1881 im Rahmen eines ergreifenden Bühnenstückes die dramatischen Ereignisse des 30-Jährigen-Krieges wieder auferstehen.


         

                    


    

    




Zur Hauptveranstaltung, dem grossen Historien-Spektakel an den Pfingstfeiertagen, gehören neben den erwähnten Aufführungen auch ein grosser Heereszug, das Feldlager vor den Toren der Stadt und das bunte Treiben der Aktiven in der gesamten Altstadt.




Laut der Geschichte des „Meistertrunks“ eroberte General Graf Johann Tserclaes Tilly im Jahre 1631 mit seinem katholischen Heer von 60.000 Mann die protestantische Reichsstadt Rothenburg.



Eine Armee dieser Grösse erforderte natürlich ein besonderes Mass an militärischer Logistik.
Um dieses Heer überhaupt funktions- und lebensfähig zu halten, bedurfte es einer Vielzahl an Handwerkern, wie Zimmerleute, Schuster, Wagner, Fuhrwerksleute, Maurer, Brückenbauer, Büchsenmacher etc.

Besondere Bedeutung kam hierbei den Schmieden zu (vgl. Artikel über das „Schmieden“ weiter unten).

Da sie für die Kriegsführung unentbehrlich waren, führten sie ihre gesamten Schmiedewerkstätten in Form von transportablen Feldschmieden mit ins Felde.


    

    




Mit einer ca. 15-köpfigen Mannschaft und zwei historisch genauen Nachbauten von Schmiedewagen aus der damaligen Zeit versuchen wir in zeitgenössischer Gewandung diese alte Handwerkskunst wieder lebendig zu präsentieren.




Neben der Hauptveranstaltung an Pfingsten sind wir auch an den Reichsstadttagen am ersten Septemberwochenende in Rothenburg im Einsatz.

„Auswärtsspiele“ hatten wird bisher in Kulmbach, Schillingsfürst, Ingolstadt, Ohrenbach und Dinkelsbühl.




Die Schmiede in Aktion:

Allgemeines und Geschichtliches

zum Thema „Schmieden“:

Unter Schmieden versteht man allgemein das Umformen von Metallen zwischen Hammer und Amboss (Freiformschmieden).

Der Amboss ist ein massiver Eisenblock mit vielseitigen Hilfsmitteln zum Schmieden der verschiedensten Formen.



Das Schmiedestück wird vor der eigentlichen Bearbeitung im Schmiedeofen (Esse) erwärmt. Durch das Erhitzen verändert sich die Kristallitstruktur des
Metalls und der Werkstoff wird weicher.

Das Schmiedefeuer erreicht mittels eines Blasebalgs eine Temperatur von ca. 1.800°C.


Die Kunst des Schmiedens zählt zu den ältesten Handwerken der Welt.

So wird bereits im Ersten Buch Moses (1. Mose 4,22) das Schmiedehandwerk erwähnt.
Archäologische Funde lassen darauf schliessen, dass die Bewohner des heutigen Afghanistans bereits um 6.000 v. Chr. Metall verarbeiteten.
Auch in Gebieten wie Ägypten und Indien wurde vermutlich schon vor ca. 5.000 Jahren in heissem Zustand geschmiedet.
Im frühen Mittelalter waren Schmiede in fast jeder menschlichen Ansiedlung vorhanden.


Der Schmied war ein „Allround-Handwerker“, der die verschiedensten Gebrauchsgegenstände aus Metall herstellte.
Der Schmied arbeitete für den Krieg (Waffen: Spiesse, Hellebarden, Schwerter, Rüstungen und Rüstungsteile, ...) und für den Frieden (Pflugschare, Pickel, Schlegel, Meissel, Scheren, Nägel, Hufeisen, Türklinken, Türschlösser, Schmuck, ...).

Seine Ausbildungszeit betrug damals zwischen 5 und 6 Monaten.


Im ausgehenden Mittelalter begann eine Spezialisierung auf einzelne Tätigkeiten und etwa 20 verschiedene Arten von Schmieden entstanden, z. B. Nagelschmied, Hufschmied, Goldschmied, Werkzeugschmied, Waffenschmied und Kesselschmied.

Das Wort „Schmied“ stammt aus dem Germanischen und ist noch heute in vielen Redewendungen des deutschen Sprachschatzes verankert:
„Man muss das Eisen schmieden, solange es heiss ist.“
„Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.“
„Pläne schmieden“.

       




Im Gedenken an Fritz Prien



Das Schmied-Lied: 

"In einem Städtlein so fein,
ein Hammerschmied muss darin sein.
In einem Städtlein so fein,
ein Hammerschmied muss darin sein.

Refrain:
Schmied, Schmied, Hammerschmied, lass die Arbeit sausen,
Schmied, Schmied, Hammerschmied, wir wollen das Geld versaufen!
Hoch hebt den Hammer, nieder mit ihm!
Wir schmieden das Eisen, so lang es noch warm is´, warm is´,
schmieden das Eisen, so lang es noch glüht.

Gesellen, sie stehen am Feuer, vom Russe geschwärzt das Gesicht. Schmied, ...

Gesellen, die haben auch Hunger, Gesellen, die haben auch Durst. Schmied, ...

Gesellen, die können auch lieben, Gesellen, die haben auch Lust. Schmied, ..."





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